Projekt „Die Stadtfüchse – Wald und Asphalt“ – Naturpädagogik trifft Streetwork

Das Projekt „Stadtfüchse – Wald und Asphalt“ ist ein durch die Stadt Eberswalde jährlich gefördertes Projekt. Es startete im April 2024 und wird im Brandenburgischen Viertel durchgeführt.

Nachhaltigkeit, Naturverständnis und Umweltschutz sowie Teilhabe sind wichtige gesellschaftliche Themen unserer Zeit, die das Projekt aufgreift.

Die Nutzung von digitalen Medien im Alltag der jungen Generation nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Ein reflektierter Umgang mit dem Smartphone und anderen Medien ist nicht in jeder Familie gewährleistet. Gleichzeitig verringert sich die in der Natur verbrachte Zeit und damit auch die Verbindung zu ihr. Dadurch fehlt beispielsweise das Verständnis dafür, wie Ökosysteme funktionieren, welche Pflanzen und Tiere in unserer unmittelbaren Umgebung existieren und welche Bedeutung sie für unser Leben haben. Durch den fehlenden Naturbezug mangelt es auch an der Motivation nachhaltig zu handeln.

Mit dem Projekt möchten wir an diesen Bedarfen ansetzen, indem wir mit Kindern und Jugendlichen des Viertels in einer offenen Gruppe zusammenarbeiten, in der Naturerfahrungen und zwischenmenschliche Beziehungen sowie das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gefördert werden sollen. Wir wollen jene Naturverbindung stärken und durch naturpädagogische Bildungsarbeit, sowie positiv erlebte Gemeinschaftsmomente einen Ausgleich schaffen. Denn eine gute Verbindung zur Natur ist nachweislich auch förderlich für eine gute Entwicklung, unterstützt die mentale und körperliche Gesundheit und fördert nachhaltiges Handeln. 

Im Brandenburgischen Viertel wohnen Menschen aus den verschiedensten Kulturen. Wir wollen den Umgang mit kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten reflektieren und einen Rahmen schaffen, indem ein vorurteilsfreies Kennenlernen möglich ist.  Außerdem sollen die Kinder und Jugendlichen dabei begleitet werden, sich selbst, ihre Fähigkeiten und Talente besser kennenzulernen, um ihre Selbstermächtigung (Empowerment) zu stärken. 

Der Schwerpunkt unseres Angebotes liegt auf der Naturerfahrung und der Umweltbildung. Die Themen Musik und Zirkus spielen im Hintergrund eine Rolle, die bei der Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen unterstützen und unser Projekt inhaltlich abrunden. Außerdem ist es unser Anliegen, die Kinder in ihren Themen, die sie beschäftigen, zu begleiten, ihre Talente zu entdecken und diese zu stärken.Ihnen wird durch Spiele, Experimente und Gruppenaufgaben der Zugang zu den eigenen Stärken und Fähigkeiten aufgezeigt. Bei Gruppenaktivitäten werden soziale Schlüsselfähigkeiten wie Teamgeist, Kommunikationskompetenz, Einfühlungsvermögen, Achtsamkeit und das Respektieren von menschlichen Unterschieden gestärkt.Das Spielen in und mit der Natur fördert zudem motorisches Geschick, Selbstbewusstsein und ein intuitives Begreifen der Natur. Die Verbindung zur Natur ist die Basis, auf der sich die junge Generation den späteren herausfordernden Themen wie Umweltverständnis, Nachhaltigkeit oder Klimawandel nähern kann.

Durch das multiprofessionelle und erfahrende Team kann die Maßnahme pädagogisch vielseitig gestaltet werden. Hierbei greifen die Gruppenbegleiter/innen auf Elemente der Erlebnispädagogik, Wildnispädagogik, Umweltbildung, Zirkuspädagogik, Musikpädagogik, Theaterpädagogik und der Kunst bzw. des Handwerks zurück. Spielerisch und methodisch abwechslungsreich und vielseitig werden die Themen mit den Kindern aufgearbeitet.

Bildung passiert insbesondere durch die Möglichkeit der Selbsterfahrung und des Sich-Erlebens, sowohl in der Gruppe, als auch im Naturraum Wald. Feste Anfangs- und Abschlussrituale rahmen das Projekt, ermöglichen besondere Erfahrungen und geben den Kindern Sicherheit. Jedes Treffen wird von zwei Fachkräften geleitet. Ziel ist es, jede Woche ein vorbereitetes Thema gemeinsam mit den jungen Menschen zu erforschen.

Das Projekt findet von April bis Ende Oktober als wöchentliches Gruppenangebot jeden Montag im Brandenburgischen Viertel statt. Treffpunkt ist das Dietrich – Bonhoeffer – Haus. Der Fokus liegt auf der Bildung einer festen Gruppe und der inhaltlichen und pädagogischen Arbeit. Dennoch soll die Maßnahme ihren offenen Charakter nicht verlieren und bleibt über den ganzen Projektzeitraum zugänglich für neue Kinder. Die Teilnahme ist mit einer verbindlichen Anmeldung und einem Eigenanteil der Familien von 5 € pro Monat verbunden. Ziel ist es, eine feste, verbindlichere Struktur zu etablieren, um eine enge und aufeinander aufbauende Bildungsarbeit, mit Bezug auf die Veränderungen in der Natur während des Jahresverlaufes, aber auch im sozialen Miteinander der Gruppe, gewährleisten zu können.

Das Montagsangebot wird zum größten Teil in dem nahegelegenen Wald stattfinden, wo sich in den letzten Jahren ein Ort etabliert hat, der sich durch die Mischung von lichtem Wald, Moosteppichen und freien Flächen perfekt für das naturpädagogische Angebot eignet. Bei widrigen Witterungsbedingungen bietet das Dietrich-Bonhoeffer Haus (DHB) einen geschützten Ort als Ausweichmöglichkeit. Einmal im Monat startet die Gruppe in Parks des Brandenburgischen Viertels mit Sport und Spiel, wie es vielen Kindern aus der aufsuchenden Arbeit des „Free4All“ – Projektes bereits vertraut ist. Hier gibt es für die Kinder, die regelmäßig am Angebot teilnehmen, die Möglichkeit, das Gelernte an neue Kinder weiterzugeben und damit Selbstvertrauen und soziale Kompetenzen stärken kann. Neben der Zusammenarbeit mit den jungen Menschen legt das Team hohen Wert auf eine gute Elternarbeit. Wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat, ist es von großer Bedeutung, die Erziehenden oder Bezugspersonen zu kennen und eine gemeinsame Vertrauensbasis zu schaffen.

Foto: Johannes Oster

Die Stadtfüchse starten durch mit spannenden Entdeckungstouren und wilden Spielen direkt in der umgebenden Natur des Brandenburgischen Viertels!  

Bleibt dran – wir halten euch hier demnächst in einem Blog über unsere Aktivitäten auf dem Laufenden.

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