Die Stiftung Waldwelten freute sich über die Entscheidung der naturnahen Gestaltung. „Es ist wichtig Verantwortung zu übernehmen. Die naturnahe Gestaltung soll Eberswalde klimaresilienter machen, mit dazu beitragen Hitzestress abzubauen und die Artenvielfalt zu fördern. Schön, dass die WHG einen Beitrag leistet.“ So Dr. Bernhard Götz, Vorstand der Stiftung WaldWelten.
Die Neugestaltung des Innenhofs der Potsdamer Allee 45 – 69 im Brandenburgischen Viertel ist eine Kooperation der Stadt Eberswalde, der WHG Wohnungsbau- und Hausverwaltungs-GmbH und der Stiftung WaldWelten. Ziel der Kooperation ist durch naturnahe strukturreiche Gestaltung mit heimischen Arten die Biodiversität zu fördern. Unter dem Förderschwerpunkt „Schaffung von Naturoasen“ wird durch das Förderprojekt eine kleine, lokalklimatisch wirksame Parkanlage (Pikopark) entwickelt.
Das Projekt wird gefördert durch das KfW Programm 444 „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ mit den Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
Im Herbst 2025 wurde mit der Bestandsaufnahme der Fläche durch Fachpersonal der Stiftung WaldWelten begonnen, Ende 2026 soll das Projekt umgesetzt sein. Von 2027 bis 2029 wird die Verstetigung des Projektes durch die Begleitung und Einweisung biodiversitätsfördernder Pflegearbeiten sowie durch weitere Beteiligungsformate für Anwohnende forciert.
Die Stiftung WaldWelten begleitet die Planung der Flächengestaltung gemäß den Fördermittelvorgaben, die Qualitätssicherung für die Umsetzung der Maßnahmen sowie die Öffentlichkeitsarbeit, Aktivierung und Einbindung des bürgerlichen Engagements zur Vermittlung und Akzeptanz der Maßnahmen. Dabei besteht ein enger Austausch mit den anderen Kooperationspartnern.
Im Vordergrund der Neugestaltung steht der natürliche Klimaschutz und die Förderung von biologischer Vielfalt durch die Pflanzung heimischer klimaangepasster Pflanzen. Zuvor dominierte die Kiefer (Pinus sylvestris) den Innenhof. Biodiversität bildet eine Lebensgrundlage für den Menschen, da die Qualität des Wassers, der Luft, des Klimas und des Bodens durch Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen beeinflusst werden. Die Mischbestände mit mehrstöckigen Strukturen fördern ein ausgewogenes Mikroklima durch Beschattung, Verdunstung und Filterwirkung der Luft und können so bspw. in der Stadt mehr Schutz vor Hitzeperioden bieten.
Die Fläche soll künftig mit ihren vielfältigen Strukturen wie Staudenbeeten, Natursteinmauer, Totholz, Blumenwiesen oder Eidechsenburg vielfältige Lebensräume bieten und damit verschiedene Tierarten anlocken. Ob Vögel, Igel, Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer, Eidechsen oder Kröten, Wildtiere können auf monotonen Rasenflächen nicht leben. Sie brauchen naturnahe Flächen auf denen Sie Nahrung und Platz zum Verstecken, Brüten und Überwintern finden, auch in besiedelten Gebieten. Heimische Tierarten tragen zur Stabilität des Ökosystems bei. So bestäuben Insekten beispielweise die Pflanzen, sodass Früchte entstehen können. Diese bieten Nahrung für Menschen sowie für andere heimischen Tierarten. Die Tiere wie Vögel oder Igel verbreiten die Samen der Früchte.
Aber nicht nur Wildtiere, sondern auch Menschen sollen künftig auf der Grünfläche einen Ort zum Verweilen und Genießen finden. Mit der Pflanzung von Schatten-spendenden Laubgehölzen sind verschiedene Sitzbänke und Plätze als Treffpunkt und zum Verweilen vorgesehen.
Am 02.07.2026 begrüßte die WHG, die Stadt Eberswalde und die Stiftung WaldWelten Mieter und Mieterinnen sowie ausgewählte Gäste im Innenhof zu einer Informationsveranstaltung. An verschiedenen Stationen konnten sich Interessierte zu der Gestaltung, den Beteiligungsmöglichkeiten und der Vielfalt von Insekten informieren. Zudem rundeten Kaffee und Kuchen sowie heimische Wildpflanzen zum Selbsteinpflanzen die Veranstaltung ab.
Das Gelände ist frei zugänglich – schauen Sie gern ab Frühjahr 2027 im Innenhof vorbei!

Trockenmauer, mit heimischer Stauden-Bepflanzung im Forstbotanischer Garten Eberswalde. Ein typisches Element in einem PikoPark. Hier gibt’s was zu entdecken. Foto: J. Rehse;

Infoveranstaltung zur Neugestaltung der Grünfläche im Innenhof. Foto: J. Schiemann, WHG
Kooperation


